Solitude Spire – Hanksville, Utah
Nov 11, 2025

Eine schmale, monumentale Felsnadel erhebt sich einsam aus der kargen Landschaft bei Hanksville. Der Himmel zeigt feine Nuancen zwischen Grau, Blau und warmem Licht. Die Szenerie wirkt archaisch und still zugleich – eine Begegnung mit der unvergänglichen Form der Erde. Das Motiv fasziniert durch seine schlichte Größe und meditative Klarheit.
Bildgeschichte und Making-of
Am späten Nachmittag verließ ich den Highway 24 zwischen Caineville und Hanksville. Eine schmale Piste führte hinaus in die trostlose Weite der Badlands – eine Landschaft aus grauem Lehm, zerfurcht wie eine erstarrte Flut. Kein Baum, kein Strauch, nur Wind, Staub und Raum.
Das Ziel war Long Dong Silver, ein markanter Monolith aus dunklem Gestein, der wie ein steinerner Zeigefinger in den Himmel ragt. Schon von der Ferne wirkt er unwirklich – zu schlank, zu aufrecht, um dem Gewicht der Jahrtausende zu trotzen.
Ich kam am frühen Abend an. Die Sonne stand tief, das Licht wechselte ständig zwischen warmem Gold und kühlem Grau, je nachdem, wie Wolken den Himmel öffneten oder verschlossen. Der Wind trug den feinen Staub der Ebene, und jedes Geräusch verlor sich in der Stille.
Ich stellte die Hasselblad H100c907 mit dem XCD 90 mm Objektiv auf das Stativ. Der Standort war entscheidend: zu nah, und der Monolith dominierte die Szene; zu weit, und er verlor seine Spannung gegen die steilen, horizontal geschichteten Wände im Hintergrund. Nach mehreren Schritten vor und zurück fand ich den Punkt, an dem sich Form und Hintergrund perfekt ausbalancierten.
Die Komposition war klar: die aufstrebende Linie des Monolithen im Kontrast zu den waagerechten Sedimentschichten – vertikale Kraft gegen horizontale Ruhe. Ich überprüfte die Kameraausrichtung mit der integrierten Wasserwaage und legte den Fokus manuell exakt auf den Übergang zwischen Vordergrund und Basis des Turms.
Als sich die Sonne kurz durch eine Wolkenlücke brach, glitt ein schmaler Lichtstreifen über den Monolithen, hob seine Struktur hervor und ließ die Landschaft wie aus Metall wirken. Ich machte mehrere Aufnahmen mit leicht variierter Belichtungszeit, um die feinen Tonwerte zwischen Himmel, Fels und Erde zu erhalten. Nur eine Aufnahme fing den Moment exakt ein – den Augenblick, in dem Licht und Geometrie für Sekunden eine Einheit bildeten.
Als die Sonne hinter der Factory Butte versank, lag die Szenerie wieder im diffusen Abendlicht. Ich blieb noch eine Weile stehen – allein in dieser weiten, stillen Welt, in der jede Linie, jeder Schatten von Wind und Zeit erzählt.
Dieses Werk ist auch als limitierte Fine-Art-Edition erhältlich.
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Farbanalyse
Die Farbpalette reicht von Sand- und Beigetönen über staubiges Grau bis zu feinen Ockerakzenten. Zarte Lichtverläufe betonen die vertikale Form der Felsnadel und schaffen Tiefe in der Fläche. Das Bild ist farblich zurückhaltend, aber von großer Dichte und Spannung – ein harmonisches Zusammenspiel von Licht, Struktur und Zeit.
Wirkung in hellen Räumen
In hellen Räumen entfaltet sich eine ruhige, architektonische Wirkung. Die neutralen Farben harmonieren mit modernen Interieurs und vermitteln Klarheit und Balance.
Wirkung in dunklen Räumen
In dunkleren Räumen entsteht ein kraftvoller Kontrast. Das helle Himmelslicht tritt hervor, die Felsstruktur wirkt plastisch und skulptural – ideal als Hauptwerk in einer Galerieatmosphäre.
1. Komposition & Aufbau
Das Bild wird von der vertikalen Dominanz des Felsmonolithen bestimmt, der sich scharf gegen den weiten Himmel erhebt.
Die Perspektive ist bewusst niedrig und zentral gewählt – der Turm wirkt monumental, fast übermenschlich.
Der Hintergrund aus horizontal geschichteten Tafelbergen verstärkt den Kontrast von Höhe und Weite, von Vertikale und Horizontale.
Die Linie des Himmels ist ruhig, die Landschaft still – der Felsen wird zur Figur im Raum.
→ Komposition: klassisch, kraftvoll, streng.
→ Wirkung: architektonisch, monumental, zeitlos.
2. Lichtführung
Spätnachmittagslicht unter bedecktem Himmel – weiches, gedämpftes Licht, das die Strukturen plastisch, aber nicht hart erscheinen lässt.
Feine Abstufungen in Braun, Grau und Ocker schaffen räumliche Tiefe und Stofflichkeit.
Der wolkenverhangene Himmel bildet eine diffuse Bühne, auf der das Monument dunkel und ruhig steht.
→ Lichtcharakter: sanft, skulptural, ausgewogen.
→ Wirkung: feierlich, meditativ.
3. Farbe & Tonalität
Farblich dominiert eine Palette aus Erdtönen, von kühlen Basaltgraus bis zu warmen Sandbeigetönen.
Die Wolken tragen kühle, graublaue Akzente, die mit den warmen Felsen kontrastieren.
Der Gesamteindruck ist gedämpft, ruhig und würdevoll.
→ Farbcharakter: natürlich, harmonisch, erdverbunden.
→ Tonwerte: fein differenziert, keine Überstrahlung.
4. Inhalt & Symbolik
Der Monolith wirkt wie ein Zeichen der Beständigkeit – ein Zeuge geologischer Zeiträume.
In seiner Form steckt Symbolkraft: Einsamkeit, Aufrichtung, Standhaftigkeit.
Die umgebende Leere lässt ihn wirken wie eine Kathedrale aus Stein, ein Ort stiller Andacht inmitten der Wüste.
→ Symbolisch: Ewigkeit, Isolation, Standhaftigkeit.
→ Philosophisch: Das Individuum in der Weite der Zeit.
5. Emotionale Wirkung
Das Bild ruft Ehrfurcht und Stille hervor.
Es ist kein dramatisches, sondern ein nachdenkliches Landschaftsbild – das Monument steht für das Vergehen der Zeit.
Man spürt Wind, Weite und die unermessliche Langsamkeit geologischer Prozesse.
→ Emotion: Demut, Konzentration, Erhabenheit.
→ Stimmung: ruhig, monumental, zeitlos.
Bilddetail

Dieses Werk ist auch als limitierte Fine-Art-Edition erhältlich.